Mehrere Energie- und Luftfahrtexperten weisen derzeit auf eine angespannte Versorgungslage bei Kerosin hin. Hintergrund sind ausfallende Liefermengen aus dem Nahen Osten, die in Europa nur teilweise ersetzt werden können. Die Internationale Energieagentur geht davon aus, dass es ab Juni zu spürbaren Engpässen kommen könnte.
Auch Deutschland ist betroffen. Das Land produziert einen Teil seines Kerosins selbst, bleibt jedoch auf Importe angewiesen. Von den im Jahr 2024 in Deutschland abgesetzten rund neun Millionen Tonnen Kerosin wurden knapp sechs Millionen Tonnen eingeführt. Strategische Reserven stehen zur Stabilisierung des Marktes bereit und werden bereits teilweise genutzt.
Fluggesellschaften reagieren auf die Lage, indem ältere und besonders verbrauchsintensive Langstreckenflugzeuge außer Dienst gestellt werden. Zudem kann die eingeschränkte Verfügbarkeit von Kerosin an internationalen Flughäfen dazu führen, dass bestimmte Fernstrecken nur mit Zwischenstopps oder vorübergehend gar nicht bedient werden können. Innerhalb Europas gilt die Versorgungslage als stabiler.
Einige Regionen außerhalb Europas, darunter Teile Asiens und Australiens, melden bereits begrenzte Tankmöglichkeiten. Ohne gesicherte Betankung vor Ort können Langstreckenverbindungen nur eingeschränkt geplant werden.
Die EU arbeitet an Maßnahmen, um die Importabhängigkeit zu verringern und die Raffineriekapazitäten innerhalb der Union besser zu erfassen. Alternative Flugkraftstoffe gewinnen an Bedeutung, stehen jedoch bislang nur in begrenzten Mengen zur Verfügung.
Branchenverbände sprechen sich für eine engere staatliche Überwachung der verfügbaren Kerosinmengen sowie für die Nutzung nationaler und europäischer Reserven aus. Zudem wird diskutiert, ob Flugausfälle aufgrund von Treibstoffmangel künftig als außergewöhnliche Umstände gelten könnten.
Fachleute rechnen damit, dass die Preise für Kerosin und Flugtickets längerfristig erhöht bleiben. Gründe sind unter anderem gestörte Transportwege, eingeschränkte Produktionskapazitäten und eine insgesamt angespannte Energiemarktsituation.
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