Berlin – Bundeskanzler Friedrich Merz hat öffentlich mitgeteilt, dass er niemanden „anbrülle“. Hintergrund sind Aussagen von SPD‑Chef und Finanzminister Lars Klingbeil, der am Dienstag berichtet hatte, er habe sich bei einer Klausur der Bundesregierung „anbrüllen“ lassen müssen. Merz widersprach dieser Darstellung.
Kernpunkte des Vorgangs
Merz dementiert lautstarke Auseinandersetzung
In einer kurzen Pressekonferenz mit Gesundheitsministerin Nina Warken erklärte Merz, er wolle klarstellen:
„Ich brülle niemanden an.“ Er reagierte damit auf einen Bericht des Spiegel, wonach er Klingbeil beim Koalitionsgipfel am 12. April in der Villa Borsig laut angefahren haben soll.
Klingbeil bestätigt indirekt – im Kontext einer politischen Debatte
Klingbeil sagte bei einer SPD‑Klausur in Bielefeld, es sei „nicht schlimm, wenn man mal angebrüllt wird“. Er schilderte zudem eine theoretische Situation, in der die SPD Vorschläge wie Karenztage oder die Abschaffung des 1. Mai ablehnen würde – und er sich dafür „gerne anbrüllen“ lasse.
Reaktionen aus der Union
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Laut Stern sprach ein einflussreicher Unionspolitiker von einer „offenen Kriegserklärung“, weil Klingbeil interne Abläufe öffentlich angedeutet habe.
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Unionsfraktionschef Jens Spahn mahnte, niemand solle Interna ausplaudern.
Bild: Berlin - Deutscher Bundestag - Spreeufer
Merz betont Handlungsfähigkeit der Koalition
Trotz der Diskussionen verwies Merz auf die Beschlüsse des Bundeskabinetts vom Vormittag:
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Eckwerte für den Bundeshaushalt 2027
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Finanzplanung 2026–2030
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Start der Gesundheitsreform von Ministerin Warken
Diese Entscheidungen zeigten, so Merz, dass die Koalition „handlungswillig und handlungsfähig“ sei.
Gesundheitsreform als Schwerpunkt
Merz bezeichnete die Reform als „historisch“ und „eine der größten Sozialstaatsreformen der letzten Jahrzehnte“. Ohne die Reform würde die gesetzliche Krankenversicherung „für alle sehr viel teurer“.
Er kündigte weitere Reformschritte an – insbesondere in den Bereichen Rente und Pflege. Die Finanzkommission Gesundheit soll ihre Arbeit fortsetzen, da zusätzliche Strukturreformen notwendig seien.
Hält die Koalition bis 2029?
Auf die Frage nach der Stabilität der Regierung sagte Merz:
„Garantieren kann niemand für nichts.“ Er äußerte dies jedoch mit entspannter Miene.
Zuvor hatte CDU‑Politiker Christian von Stetten laut Bild erklärt, die Koalition werde „ganz sicher nicht“ vier Jahre halten und forderte Reformpolitik im Sinne der CDU.
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Bildquelle: Deutscher Bundestag Spreeufer – Foto von Laura Hoffmann, aufgenommen am 10. Juni 2016.
Lizenz: Creative Commons Attribution 2.0 Generic (CC BY 2.0).
Originaldatei: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Deutscher_Bundestag_Spreeufer_(27387296120).jpg
Hinweis: Das Bild wurde ursprünglich auf Flickr von laurahoffmann51 veröffentlicht und am 14. Juni 2016 durch FlickreviewR überprüft und bestätigt.