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10-Céntimos-Münze von 1870 - Einjahresausgabe der spanischen Münzreform
Die 10-Céntimos-Münze von 1870 mit der sitzenden Hispania und dem stehenden Löwen gehört zu den charakteristischen Reformprägungen der spanischen Übergangszeit nach der Revolution von 1868. Sie wurde ausschließlich im Jahr 1870 geprägt und stellt damit eine klar abgegrenzte Einjahresausgabe der Provisorischen Regierung Spaniens dar. In dieser Phase wurde die Peseta als neue Währung eingeführt und das Münzwesen stärker an ein metrisch strukturiertes System angepasst. Die Münze dokumentiert diese Reformphase unmittelbar und gilt als typisches Beispiel für die Modernisierung des spanischen Geldwesens im 19. Jahrhundert.
Gestaltung und Symbolik
Die Vorderseite zeigt die allegorische Figur Hispania, die bereits seit der römischen Antike als Personifikation der Iberischen Halbinsel verwendet wurde und im 19. Jahrhundert erneut als nationales Symbol aufgegriffen wurde. Sie sitzt nach rechts gewandt auf einem Felsen und hält einen Olivenzweig als Zeichen des Friedens. Daneben befindet sich die Gewichtsangabe „DIEZ GRAMOS“, die auf das festgelegte Münzgewicht verweist. Unterhalb erscheint der Name des Graveurs Luis Marchionni.
Die Rückseite zeigt einen aufgerichteten Löwen mit Wappenschild und der Wertangabe „DIEZ CENTIMOS“. Im unteren Bereich steht die Inschrift „CIEN PIEZAS EN KILOG.“. Diese Angabe verweist auf die metrische Konzeption der Münze: Jede Münze sollte ein Gewicht von zehn Gramm besitzen, sodass einhundert Stück zusammen ein Kilogramm ergeben. Damit wurde das neue dezimale Währungssystem auch über die Münzgestaltung nachvollziehbar gemacht.
Auffällig ist zudem die Schreibweise „CENTIMOS“ ohne Akzentzeichen. In der spanischen Sprache wird das Wort eigentlich „céntimos“ geschrieben. Auf Münzen des 19. Jahrhunderts wurde jedoch häufig auf Akzentzeichen verzichtet, was mit den technischen und gestalterischen Konventionen der damaligen Münzstempel zusammenhängt. Solche vereinfachten Schreibweisen sind auf historischen Münzen vieler Länder dieser Zeit zu beobachten.
Der dargestellte Löwe gehört zu den traditionellen heraldischen Symbolen Spaniens. Seine Darstellung geht historisch auf das Wappentier des mittelalterlichen Königreichs León zurück, das später Bestandteil der spanischen Monarchie wurde. Der Löwe erscheint seit Jahrhunderten in verschiedenen spanischen Wappen und steht symbolisch für staatliche Autorität und historische Kontinuität. Durch dieses Motiv knüpft die Münzgestaltung an etablierte Staatssymbole an, obwohl sie in einer politischen Übergangsphase entstand.
Material und technische Daten
Die Münze besteht aus einer Bronzelegierung, wie sie für Umlaufmünzen dieser Zeit typisch war.
Material: Bronze
Legierung: etwa 95 % Kupfer, 4 % Zinn, 1 % Zink
Gewicht: 10 g
Durchmesser: etwa 30 mm
Dicke: etwa 2 mm
Rand: glatt
Prägeort: Barcelona
Auflage: rund 170 Millionen Stück
Das exakt definierte Gewicht von zehn Gramm entsprach der auf der Rückseite angegebenen Norm von hundert Münzen pro Kilogramm und veranschaulichte die Orientierung der Reformprägungen an metrischen Maßeinheiten.
Varianten und technische Kennzeichnungen
Einige Exemplare tragen das Kürzel „OM“. In der numismatischen Literatur wird dieses Zeichen mit der Stempelhersteller-Firma Oeschger Mesdach & Co. in Verbindung gebracht, die an der Herstellung von Prägestempeln beteiligt gewesen sein könnte. Die eigentliche Münzprägung erfolgte jedoch in der staatlichen Münzstätte von Barcelona.
Historische Bedeutung
Die 10-Céntimos-Münze von 1870 gilt als typisches Zeugnis der spanischen Münzreform nach der Revolution von 1868. Sie verbindet traditionelle Symbolik mit einer klaren Orientierung an metrischen Maßsystemen und steht für die Einführung eines modernen, dezimal aufgebauten Währungssystems.
Im Volksmund erhielt die Münze den Spitznamen „Perra gorda“, während die kleinere 5-Céntimos-Münze als „Perra chica“ bezeichnet wurde. Diese Bezeichnungen entstanden aus der volkstümlichen Wahrnehmung des Löwenmotivs auf der Rückseite.
Bedeutung für Sammler
Viele erhaltene Exemplare zeigen sichtbare Umlaufspuren, die ihre tatsächliche Nutzung im historischen Zahlungsverkehr dokumentieren. Bei historischen Umlaufmünzen werden solche Spuren häufig als Teil ihrer Nutzungsgeschichte betrachtet. Da dieser Münztyp ausschließlich im Jahr 1870 geprägt wurde, lässt er sich eindeutig einer bestimmten Reformphase der spanischen Währungsgeschichte zuordnen und ist ein typischer Vertreter früher Peseta-Prägungen.
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