US‑Militäreinsatz: IS‑Vizechef Abu‑Bilal al‑Minuki getötet

Veröffentlicht am 16. Mai 2026 um 10:57

Bei einem gemeinsamen Einsatz der nigerianischen Streitkräfte und des US‑Militärs ist nach Angaben von US‑Präsident Donald Trump der Vizechef der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS), Abu‑Bilal al‑Minuki, getötet worden. Trump bezeichnete ihn als den „aktivsten Terroristen der Welt“ und erklärte, die Truppen hätten ihn „vom Schlachtfeld entfernt“. Die weltweite Handlungsfähigkeit des IS sei dadurch deutlich geschwächt worden.  

Trump machte keine Angaben zu Zeitpunkt, Ort oder Ablauf des Einsatzes. Unklar blieb, ob US‑Soldaten am Boden beteiligt waren oder ob es sich um einen unterstützenden Luftangriff handelte.  

Der US‑Präsident dankte der nigerianischen Regierung für die Zusammenarbeit, weshalb sich die Vermutung aufdrängt, dass der Einsatz in Nigeria stattfand. In Nord‑ und Nordost‑Nigeria sind mehrere Terrorgruppen aktiv, darunter Boko Haram und der regionale IS‑Ableger ISWAP.

Die US‑Regierung hatte al‑Minuki – international auch unter der Schreibweise Al‑Mainuki geführt – bereits zuvor mit Sanktionen belegt. Er soll 1982 als nigerianischer Staatsbürger geboren worden sein. Trump erklärte, al‑Minuki habe geglaubt, sich in Afrika verstecken zu können, die USA seien jedoch über seine Aktivitäten informiert gewesen. Die Mission sei „minutiös geplant“ und „sehr komplex“ gewesen und sei fehlerfrei ausgeführt worden.

Oberster Anführer des IS ist nach US‑Angaben seit 2023 Abu Hafis al‑Haschimi al‑Kuraischi. Er ist bereits der fünfte Mann an der Spitze der Terrormiliz seit Ausrufung des sogenannten „Kalifats“ im Jahr 2014.

Hintergrund: Lage in Nigeria

Nigeria wird von zahlreichen Konflikten zwischen verschiedenen ethnischen und religiösen Gruppen erschüttert. Christen wie Muslime fallen der Gewalt gleichermaßen zum Opfer. Die Behörden weisen Vorwürfe zurück, Christen würden gezielt verfolgt.  

Die Armee kämpft gegen bewaffnete Banditen sowie gegen dschihadistische Gruppen wie ISWAP und Boko Haram. Obwohl die Banditen primär finanziell motiviert sind, arbeiten sie zunehmend mit Dschihadisten zusammen.  

Die US‑Armee hatte bereits am ersten Weihnachtstag IS‑Ziele im Nordwesten Nigerias angegriffen. Trump begründete diese Angriffe mit der Tötung „unschuldiger Christen“ und hatte zuvor mehrfach eine angebliche „gezielte Tötung“ von Christen in Nigeria angeprangert.

 

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