China meldet für April deutlich bessere Handelszahlen als erwartet. Trotz geopolitischer Spannungen, hoher Ölpreise und Unsicherheiten in der Schifffahrt legten sowohl Exporte als auch Importe kräftig zu. Die Entwicklung kommt zu einem sensiblen Zeitpunkt: In der kommenden Woche wird ein Besuch von US‑Präsident Donald Trump in Peking erwartet, der international aufmerksam verfolgt wird.
Deutliches Plus bei Exporten und Importen
Nach Angaben der chinesischen Zollbehörde stiegen die Exporte im Jahresvergleich um 14,1 %, die Importe sogar um 25,3 %. Analysten hatten lediglich mit 6,5 % bzw. 20,4 % gerechnet. Damit erzielte China im April einen Handelsüberschuss von 84,82 Mrd. US‑Dollar (rund 72 Mrd. Euro) .
Die Zahlen fallen in eine Phase globaler Unsicherheit. Der Konflikt im Iran und die angespannte Lage in der Straße von Hormus belasten den Welthandel. China gilt als einer der wichtigsten Abnehmer iranischen Öls. 2025 stammten rund 13 % der chinesischen Ölimporte aus dem Iran. Steigende Energiepreise könnten langfristig die weltweite Nachfrage dämpfen.
Bild: China – Shanghai. Der Yangshan‑Tiefwasserhafen liegt rund 90 km südöstlich von Shanghai auf künstlichen Inseln, gehört aber administrativ und logistisch zum Hafen von Shanghai. Er zählt zu den modernsten Tiefwasser‑Containerhäfen der Welt und ist Teil eines der größten Containerhäfen nach Umschlagvolumen.
Handel mit den USA erholt sich
Trotz des im vergangenen Jahr eskalierten Zollstreits zwischen den USA und China zeigt der bilaterale Handel im April eine Erholung:
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+11,3 % chinesische Exporte in die USA
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+9 % chinesische Importe aus den USA
Der Handelskonflikt ist offiziell bis November ausgesetzt. Beobachter erwarten, dass er beim anstehenden Treffen zwischen Trump und Chinas Präsident Xi Jinping erneut eine zentrale Rolle spielen wird — ebenso wie der Iran‑Konflikt und die US‑Beziehungen zu Taiwan.
Deutsche Unternehmen fordern Berechenbarkeit
Die deutsche Wirtschaft blickt mit Sorge auf die Entwicklungen. Laut Oliver Oehms, Leiter der deutschen Auslandshandelskammer in Nordchina, sind die meisten deutschen Unternehmen in China direkt vom US‑chinesischen Handelskonflikt betroffen. Sie wünschen sich vor allem mehr Klarheit bei Zöllen und Exportkontrollen. Ein Durchbruch wird nicht erwartet, aber ein „Signal der Stabilisierung“ wäre aus Sicht der Unternehmen bereits ein Fortschritt .
Einordnung
Die aktuellen Zahlen zeigen, dass Chinas Wirtschaft trotz geopolitischer Risiken weiterhin robust exportiert. Gleichzeitig bleibt die Abhängigkeit von globalen Energiepreisen und internationalen Handelsbeziehungen hoch. Der bevorstehende Besuch des US‑Präsidenten dürfte entscheidend dafür sein, ob die fragile Entspannung im Handelskonflikt Bestand hat.
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Bild: Shanghai Yangshan Deep‑Water Port
Datum der Aufnahme: 25. April 2022
Originaltitel: 上海洋山深水港正常运行 港口航运体系有序运转
Quelle / Urheber: China News Service (中国新闻网)
Lizenz: Creative Commons CC BY 3.0
Datei auf Wikimedia Commons: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:上海洋山深水港正常运行_港口航运体系有序运转.mp4_20220426_210238.245.jpg